Gedichte

Wolf, Winfried: Die Sprache

Wie einen alten, stinkenden LumpenSchmeißt ihr sie weg,Die reiche, genaue,Die Sprache großer Geister. Denn ihr parliert global-Im PiktogrammUnd brüstet euch,Die Welt so zu verstehn. Doch so begreift man weder LeibNoch Leid, das Glück nicht und den Schmerz,Die Trauer und den Tod. Denn alles LebenDrängt zur Vielfalt,Will ins Wundern kommenSo wie die Sprache,Rein entsprungen.

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Zurbrügg, Gottfried: Straßen trennen – Pfade verbinden

Pfade sind Wege der Kommunikation,sie sind entstanden, weil man Wege zueinander suchte.Sie sind nicht Selbstzweck, nicht verordnet, nicht geplant.Sie sind Folgen, getreten durch Bedürfnis.Sie verbinden.Straßen trennen, Straßen verinseln,Sie kennen nur das Ziel, die Zeitnot, das Tempo.Sie sind geplant, verordnet, zielgerichtetSie sind kein Weg, viel zu schnell befahren,solche Straßen geht man nicht!So werden sie zur Gefahr […]

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Von Ayenou, Alfons Wolfgang: Der Mono

Ganz ruhig fließt der Mono in der Nacht,Die dortigen Bewohner nehmen sich in Acht,Der Wind saust dorthin und die Zeit verrinnt,Wo ein dickes hungriges Nilpferd rennt. Der Mond scheint in der Abenddämmerung,Die Wellen passieren still mit Fischen,Ein Angler entlang mit Köder zum Fischen,Dort rumort das kühle Wasser schöner Entdeckung. Glühwürmchen flimmern zahlreich im Gras,Es tönt […]

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Von Ayenou, Alfons Wolfgang: Gott ist ewig

Gott ist immer die Ewigkeit,Unbeschreiblich ist seine Schönheit,Schützer der ganzen Menschheit,Und herrscht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Die ganze Schöpfung betet ihn an,Sein Licht leuchtet immer die Welt an,Denn er ist über alles Lob erhaben,Seinen Namen soll man wirklich erheben. Ein König voller Pracht,Er sieht alles klar in düsterster Nacht,Bei ihm ist kein Ding unmöglich,Unter ihm […]

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Herzog, Volkert: XXX.

Ein Strauch im Glanz der roten Beerendoch in der Frucht der Saft schon gärtAuch wenn Kalender wiederkehrenbleibt doch das Herbstlicht ungeklärt In der Kartoffelfeuerascheglimmt weiter eine alte Glutund schwelt wie Rauch aus einer Flaschegefüllt mit heißem Drachenblut Ein toter Baum zeigt wie ein Fingerempor in fahlem Schimmellichter wirkt als wär er Überbringerder Ladung vor das […]

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Rathke, Winfried: Orgasmus von Rotterdam

Kannte in Ratterdom einst Erasmusschon den Öffnungsdiskussions-Orgasmus ?Erlebte er ihn auf Latein ? Auf Hebräisch ?Auf Pharisäisch ? Auch auf Pygmäisch ? Denn sein „Lob der Torheit“ beschreibt,was man jetzt im Lockdown betreibt.Die Religion stünd der Torheit recht nah,weil sie die Weisheit garnicht mehr sah. Bleibt die Himmelstür deshalb geschlossen ?Wurde die Aufklärung noch nicht […]

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Limericks gegen Langeweile

Während der Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen in der Corona-Zeit hat Dieter Rasch, der Leiter für die VDS-Region Rostock und der Arbeitsgruppe „Dialekte und Regionalsprachen‟, einen Gedicht-Wettbewerb ausgerufen, in Hochsprache oder Dialekt – aber bitteschön als Limerick, also als fünfzeiliges, gereimtes Gedicht mit fester Struktur und einer Pointe. Das Reimschema ist aabba, das heißt, die erste, zweite […]

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Peek, Günther: GERMANGLO

In alter Zeit ging man adrett, zückt´s Portemonnaie, kauft ein Billett, vergaß auch nicht den Parapluie, aß á la carte ein grand Menue. Man saß auf einem Kanapeeund wohnte an der Waldchaussee. Französisch sprach man ja so gern; denn dieses galt nur als modern. Wer wollt` schon ungebildet sein? Nur deutsch zu reden, war nicht […]

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