Gedichte

Schaarschuh, Fritz-J.: Geil und Co.

„Keine Ahnung“, sagt mein Enkel oft in unserm Wortgeplänkel, selbst wenn er die Antwort ahnt. „Weiß ich nicht“ ist ausgeplant, dies ist „krass“ und jenes „cool“. E i n Wort aus dem Sündenpfuhl aber nehme ich ihm krumm, denn das kommt mir gar zu dumm: „Opa nimmt am Stadtlauf teil, ja, mein Opa der ist […]

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Marquez, Viq: Schwerelosigkeit

Im Leben geht es selten umdas War, das Wollen,das Haben, das Werden.Sondern ganz und gar um das Sein. Schwere ist kein geflügeltes Wort. Schwere umgibt uns überall. Sie sickert langsam in uns hinein, macht uns satt, schwerfällig und starr. Solange bis wir vollständig durchdrungen sind von ihr. Ohne es zu merken. Eines Tages bestehen Nehmen […]

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Zurbrügg, Gottfried: Ein Ritt durch die Dimensionen oder warum Einstein keine Weihnachtsgeschichte schrieb.

Es war einer dieser dunklen Abende am Chiemsee. Alpen und See verschwammen zu einem dunklen Nebel und man konnte tatsächlich Berge und See nicht mehr unterscheiden. Die wenigen Boote, die sich trotzdem auf den See hinauswagten, hatten ihre kleinen Radargeräte an. Kein Verleger und keine Zeitung hatte mich dazu gedrängt, aber ich saß an dem […]

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Wolf, Winfried: Die Sprache

Wie einen alten, stinkenden LumpenSchmeißt ihr sie weg,Die reiche, genaue,Die Sprache großer Geister. Denn ihr parliert global-Im PiktogrammUnd brüstet euch,Die Welt so zu verstehn. Doch so begreift man weder LeibNoch Leid, das Glück nicht und den Schmerz,Die Trauer und den Tod. Denn alles LebenDrängt zur Vielfalt,Will ins Wundern kommenSo wie die Sprache,Rein entsprungen.

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Zurbrügg, Gottfried: Straßen trennen – Pfade verbinden

Pfade sind Wege der Kommunikation,sie sind entstanden, weil man Wege zueinander suchte.Sie sind nicht Selbstzweck, nicht verordnet, nicht geplant.Sie sind Folgen, getreten durch Bedürfnis.Sie verbinden.Straßen trennen, Straßen verinseln,Sie kennen nur das Ziel, die Zeitnot, das Tempo.Sie sind geplant, verordnet, zielgerichtetSie sind kein Weg, viel zu schnell befahren,solche Straßen geht man nicht!So werden sie zur Gefahr […]

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Von Ayenou, Alfons Wolfgang: Der Mono

Ganz ruhig fließt der Mono in der Nacht,Die dortigen Bewohner nehmen sich in Acht,Der Wind saust dorthin und die Zeit verrinnt,Wo ein dickes hungriges Nilpferd rennt. Der Mond scheint in der Abenddämmerung,Die Wellen passieren still mit Fischen,Ein Angler entlang mit Köder zum Fischen,Dort rumort das kühle Wasser schöner Entdeckung. Glühwürmchen flimmern zahlreich im Gras,Es tönt […]

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Von Ayenou, Alfons Wolfgang: Gott ist ewig

Gott ist immer die Ewigkeit,Unbeschreiblich ist seine Schönheit,Schützer der ganzen Menschheit,Und herrscht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Die ganze Schöpfung betet ihn an,Sein Licht leuchtet immer die Welt an,Denn er ist über alles Lob erhaben,Seinen Namen soll man wirklich erheben. Ein König voller Pracht,Er sieht alles klar in düsterster Nacht,Bei ihm ist kein Ding unmöglich,Unter ihm […]

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Herzog, Volkert: XXX.

Ein Strauch im Glanz der roten Beerendoch in der Frucht der Saft schon gärtAuch wenn Kalender wiederkehrenbleibt doch das Herbstlicht ungeklärt In der Kartoffelfeuerascheglimmt weiter eine alte Glutund schwelt wie Rauch aus einer Flaschegefüllt mit heißem Drachenblut Ein toter Baum zeigt wie ein Fingerempor in fahlem Schimmellichter wirkt als wär er Überbringerder Ladung vor das […]

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Rathke, Winfried: Orgasmus von Rotterdam

Kannte in Ratterdom einst Erasmusschon den Öffnungsdiskussions-Orgasmus ?Erlebte er ihn auf Latein ? Auf Hebräisch ?Auf Pharisäisch ? Auch auf Pygmäisch ? Denn sein „Lob der Torheit“ beschreibt,was man jetzt im Lockdown betreibt.Die Religion stünd der Torheit recht nah,weil sie die Weisheit garnicht mehr sah. Bleibt die Himmelstür deshalb geschlossen ?Wurde die Aufklärung noch nicht […]

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